Happy Birthday, Schweiz. Eine Liebeserklärung an mein Heimatland.

Happy Birthday, Schweiz. Eine Liebeserklärung an mein Heimatland.

Manchmal vergisst man, wie gut man es hat. Weil das Gute so selbstverständlich geworden ist. Weil Sicherheit uns nicht mehr auffällt, solange sie nicht bedroht ist. Weil wir Freiheit oft erst dann bemerken, wenn wir sie woanders vermissen. Der 1. August ist ein guter Moment, innezuhalten – und schlicht Danke zu sagen.

Ich liebe die Schweiz. Nicht in naiver Verklärung, sondern in tiefer Dankbarkeit.

Ich liebe sie für ihre Vielfalt. Sprachlich, kulturell, landschaftlich und menschlich. In kaum einem anderen Land liegen Palmen und Gletscher so nah beieinander. Vom mediterranen Flair des Tessins bis zum rauen Charme der Alpen. Vom schimmernden Bodensee bis zu den urbanen Zentren in Zürich, Lausanne oder Basel. Und selbst dort: nie wirklich anonym. Nie wirklich kalt.

Ich liebe sie für ihren Respekt im Miteinander. Wie wir diskutieren, ohne einander zu zerreissen. Wie wir in Gemeindeversammlungen streiten – und danach gemeinsam einen Kaffee trinken. Wie Kompromisse hier kein Zeichen von Schwäche sind, sondern von Vernunft.

Ich liebe sie für die Sicherheit, die sie mir bietet. Für das Privileg, sich frei bewegen zu können. Für stabile Institutionen, funktionierende Behörden, verlässliche Züge – und die Freiheit, mein Leben selbst zu gestalten.

Ich liebe sie für die vier Jahreszeiten. Den ersten Schnee im Winter. Die Wärme des Sommers am See. Den Duft des Frühlings im Wald. Das goldene Licht des Herbstes in den Rebbergen.

Dass ich ausgerechnet hier geboren worden bin, ist reiner Zufall. Dafür bin ich jeden Tag dankbar. Dass ich hier leben darf. Dass ich wählen darf, meine Meinung sagen darf – auch laut, auch unbequem – ohne Angst vor Repression. Dass ich politisch mitgestalten darf. Dass ich Kritik üben darf, gerade weil ich dieses Land liebe.

Die Schweiz ist kein perfektes Land. Aber sie muss es auch nicht sein. Was zählt, ist der Wille, aus Fehlern zu lernen und Gutes zu bewahren. Und wer weiss: Vielleicht liegt die Grösse der kleinen Schweiz gerade darin, dass sie eben nicht perfekt sein möchte. Sondern ein Ort, an dem Menschen gemeinsam wachsen und Verantwortung tragen – für heute und für morgen.

Danke, Schweiz. Und alles Gute zum Geburtstag. Mögen wir mutig bleiben, menschlich bleiben – und klug genug, um auch in schwierigen Zeiten den richtigen Weg zu finden.


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