Jedes Jahr am 1. Mai geschieht dasselbe Ritual: Die einen demonstrieren für faire Löhne, Arbeitsbedingungen und soziale Sicherheit. Die anderen liefern die Bilder dazu, die am Abend in den Nachrichten hängen bleiben. Kaputte Scheiben, Sprayereien, Pyros, Wasserwerfer, Polizei in Vollmontur.
Und dann fragt man sich irgendwann: Wofür gibt es diesen "Feiertag" eigentlich noch?
Der 1. Mai war einmal der Tag der Arbeit. En Tag für Menschen, die früh aufstehen, hart arbeiten, dafür ihre Gesundheit einsetzen und Verantwortung tragen. Für Menschen, die pflegen, putzen, fahren, bauen, kochen, betreuen. Und dafür nicht nur Applaus, sondern faire Löhne, würdige Arbeitsbedingungen und echten Respekt verdient haben.
Heute wirkt dieser Tag oft eher wie ein Feiertag für jene, die vor allem anderen Arbeit machen. Denn die Chaoten des 1. Mai scheinen vor allem eines besonders gut zu können: Anderen Arbeit verursachen, anstatt selbst welche zu leisten. Sie produzieren Sondereinsätze für die Polizei, unnötige Schichten für die Stadtreinigung sowie das Gesundheitspersonal und Überstunden für die Handwerker, welche alle Schäden reparieren müssen. Kurz: Hohe Kosten inkl. Frust für all jene, die den Scherbenhaufen beseitigen müssen.
Vielleicht muss man den 1. Mai retten. Vor jenen, die ihn jedes Jahr benutzen, um aus berechtigten sozialen Anliegen eine Kulisse der Zerstörung zu machen.
