Die Freiheit, sich lächerlich zu machen

Die Freiheit, sich lächerlich zu machen

Es gibt eine Freiheit, über die niemand spricht.

Nicht die Meinungsfreiheit.
Nicht die Versammlungsfreiheit.

Sondern die Freiheit, sich komplett lächerlich zu machen und trotzdem ernst genommen zu werden.

Als Donald Trump kürzlich ein KI-Bild von sich als Jesus postete, war die Empörung gross, obwohl niemand wirklich überrascht war. Zurückhaltung war schliesslich noch nie seine Stärke.

Die eigentlich spannende Frage bei der ganzen Sache ist jedoch nicht, was er bisher so gepostet hat.
Sondern: Wer sonst könnte sich das leisten?

Stell dir für einen Moment vor, irgendjemand anderes würde das tun: Ein KI-Beitrag, in dem man sich selbst überhöht. Ein Bild, das einen selbst als Heilsfigur stilisiert. Könnte sich eine Bundesrätin solche Posts erlauben? Oder Friedrich Merz? Oder Giorgia Meloni? Oder Ursula von der Leyen? Oder Emmanuel Macron? 

Was würde passieren?

Die Antwort ist klar: Die Reaktion wäre nicht bei allen gleich. Bei den einen wäre es politischer Selbstmord, bei anderen gäbe es gar keine grosse Reaktion, bei wieder anderen sogar Beifall.

Aber ich frage mich: Gibt es Menschen, die gar nicht mehr fallen können? Die längst ausserhalb jeder Fallhöhe existieren? Menschen, die sich alles erlauben können?

Oder haben wir als Gesellschaft immer das letzte Wort, wer sich lächerlich machen darf und wer dafür bestraft wird? 

Als Politikerin kann ich darüber nur staunen: Was für ein Privileg, sich komplett zu blamieren und trotzdem noch im Spiel zu bleiben!

 

 

 

 

 

 


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